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Naturkosmetik - Das kleine ABC

von Jasmin Kirst August 07, 2019 5 min Lesezeit

Naturkosmetik - Das kleine ABC

Naturkosmetik hat in den letzten Jahren eine stark wachsende Nachfrage erfahren und liegt voll im Trend. Damit sind auch viele neue Marken und Produkte entstanden und die Auswahl wird immer größer. Fakt ist jedoch, dass der Begriff Naturkosmetik bzw. Biokosmetik nicht gesetzlich geschützt ist und die zulässigen Inhaltsstoffe nicht eindeutig festgelegt sind. Daher kann theoretisch jeder Kosmetikhersteller seine eigenen Vorgaben festlegen und seine Produkte als Naturkosmetik titulieren.

Wir erklären euch, was unter echter Naturkosmetik zu verstehen ist, worauf ihr achten müsst und wie ihr sogar selbst ganz einfach mit hauseigenen Mitteln Naturkosmetik herstellen könnt. 

Inhaltsübersicht

Was genau eigentlich ist unter Naturkosmetik zu verstehen?
Was ist der Unterschied zwischen natürlicher Kosmetik und Naturkosmetik?
Zählt Clean Beauty auch zur Naturkosmetik?
Ist Naturkosmetik immer vegan?
Woran erkenne ich "echte" Naturkosmetik?
Ist Naturkosmetik denn auch nachhaltig?
Ist Naturkosmetik besser verträglich als herkömmliche Kosmetik?
Was ist so schlecht an konventioneller Kosmetik?
Naturkosmetik einfach selbst herstellen

Was genau ist unter Naturkosmetik zu verstehen?

"Natürlich", "Organic", "Natural", "Green", "Pure" oder "Clean Beauty" - diese Kennzeichnungen findet man immer öfters auf Kosmetikprodukten. Doch was bedeutet das eigentlich genau und handelt es sich hierbei tatsächlich um Naturkosmetik?

Laut Definition besteht Naturkosmetik aus Inhaltsstoffen "pflanzlichen, anorganisch-mineralischen oder tierischen Ursprungs sowie deren Gemische untereinander" und verzichtet somit gänzlich auf künstliche Duft- und Zusatzstoffe, Parabene, Mineralöle, Silikone sowie Mikroplastik. Bei der Produktion wird ein speziell schonendes und an natürliche Prozesse angelehntes Herstellungsverfahren angewandt. Auf Tierversuche und gentechnische Verfahren wird dabei komplett verzichtet. Je nach Zertifizierungslabel muss zudem ein bestimmter Mindestanteil aus ökologischem Anbau stammen. 

Biokosmetik darf sich entsprechend nennen, wenn sie oben genannten Kriterien einhält und die Inhaltsstoffe zudem zu mindestens 95% aus biologisch kontrollierter Erzeugung kommen.

Was ist der Unterschied zwischen natürlicher Kosmetik und Naturkosmetik?

Natürliche Kosmetik ist kein eindeutig definierter Begriff. Die Hersteller konventioneller Kosmetik werben meist damit, dass natürliche, pflanzliche  Inhaltsstoffe wie Mandelmilch, Olivenöl oder Aloe Vera enthalten sind, obwohl der Anteil dieser neben den chemischen Inhaltsstoffen nur minimal ist. Es handelt sich hierbei also definitiv nicht um echte Naturkosmetik.

Naturnahe Kosmetik bezieht sich auf Produkte, die reine Naturstoffe enthalten und auf bestimmte synthetische Inhaltsstoffe verzichten. Üblicherweise finden sich auf den Verpackungen Hinweise wie "Frei von Parabenen, Silikonen, künstlichen Zusatzstoffen", jedoch können sie nach keinem renommierten Naturkosmetikstandard zertifiziert werden und sind daher nicht als Naturkosmetik zu verstehen.

Naturnahe Stoffe werden durch einfache Herstellungsschritte aus natürlichen Rohstoffen gewonnen außer Mineralöl, das komplett in der Naturkosmetik verboten ist. Diese Stoffe sind in zertifizierter Naturkosmetik zugelassen.

Naturidentische Rohstoffe können Pigmente oder Mineralien wie z.B. Natron oder Soda oder Konservierungsstoffe sein. Sie können in der Natur in der gleichen Zusammensetzung vorkommen, werden jedoch mithilfe chemischer Reaktionen synthetisch nachgebildet, da sie nicht in der benötigten Menge oder Qualität zur Verfügung stehen. Alle Qualitätssiegel außer demeter lassen solche Konservierungsstoffe zu.

Zählt Clean Beauty auch zur Naturkosmetik?

Clean Beauty ist der neueste Kosmetiktrend und viele setzen den Begriff mit Naturkosmetik gleich, aber das ist nicht der Fall. Clean Beauty verzichtet auf gesundheitsbedenkliche Inhaltsstoffe, die in der Kritik stehen, hormonverändernd, krebserregend oder hautschädigend zu sein. Dies sind z.B. Silikone, Parabene, chemische Filter oder synthetische Stoffe.

Ist Naturkosmetik immer vegan?

Nein, nicht unbedingt, da laut Richtlinie auch tierische Endprodukte wie Milch und Honig enthalten sein dürfen. Du kannst dir aber sicher sein, dass es sich um vegane Naturkosmetik Produkte handelt, wenn sie zusätzlich noch das Vegan Siegel tragen.

Woran erkenne ich "echte" Naturkosmetik?

Auch wenn das Produkt mit natürlichen Inhaltsstoffen wirbt, bedeutet das nicht, das es sich um tatsächliche Naturkosmetik handeln muss. 

Glücklicherweise gibt es jedoch Organisationen und Verbände, die zertifizierte Naturkosmetiksiegel eingeführt haben, um höchste Qualitätsansprüche hinsichtlich der Inhaltsstoffe zu garantieren und zudem über Herstellungsverfahren aufklären.

Die Richtlinen sind dabei unterschiedlich streng, jedoch kann bei allen folgenden Siegeln von echter, zertifizierter Naturkosmetik ausgegangen werden.

Die wichtigsten Naturkosmtetik Gütesiegel: 

Natrue 
Das international anerkannte NaTrue-Siegel wird vom NATRUE Scientific Committee Criteria and Label entwickelt. Die Kriterien sind in drei Zertifizerungsstufen eingeteilt: Naturkosmetik, Naturkosmetik mit Bioanteil (mind. 70% aus kontrolliert biologischer Erzeugung) und Biokosmetik (mind. 95% aus kontrolliert biologischer Erzeugung). 

Zudem sind Aspekte der nachhaltigen Entwicklung, unter bestmöglicher Erhaltung der Biodiversität, in der gesamten Wertschöpfungskette zu berücksichtigen.

www.natrue.org 

BDIH BDIH Logo
BDIH steht für Bundesverband der Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und kosmetische Mittel e.V. und ist eine nicht-gewinnorientierte Vereinigung von Herstellern und Vertriebsunternehmen. Der BDIH hat die International Organic and Natural Cosmetics Corporation (IONC GmbH) gegründet, um die weltweite Kontrolle von kosmetischen Mitteln nach dem BDIH-Standard zu organisieren. Dabei orientiert er sich an dem internationalen Standard von COSMOS, einem Verband mit Firmensitz in Belgien.

Zertifizierte Naturkosmetik Produkte erhalten das "Cosmos Natural" Siegel und werden mit dem Prüfzeichen "Kontrollierte Naturkosmetik" ausgezeichnet.

Das Bio-Siegel "Cosmos Organic" erhält ein Produkt, wenn mindestens 95% der Inhaltsstoffe aus kontrolliertem biologischen Anbau kommen. 15 pflanzliche Rohstoffe, wie etwa Olivenöl, aber auch Palm- und Kokosöl, müssen stets aus zertifiziertem ökologischem Ausgangsmaterial stammen.

www.kontrollierte-naturkosmetik.de

ecocert  Ecocert Cosmos Organic Logo
ECOCERT ist ein in Frankreich ansässiger Kontroll- und Zertifizierungverband für ökologische Produkte und verleiht sein Ecocert-Zertifikat, wenn mindestens 95% der Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs sind, wobei zsichen pflanzlichen, mineralischen, marine und tierischen Stoffen unterschieden wird.

Für das Naturkosmetik Zertifikat (Natural Cosmetic) müssen 50% der pflanzlichen Inhaltsstoffe sowie 5% der gesamten Inhaltsstoffe aus biologisch kontrolliertem Erzeugnis stammen.

Das Biokosmetik Siegel (Organic Cosmetic) wird ausgestellt, wenn wie beim BDIH Siegel mindestens 95% der pflanzlichen Inhaltsstoffe sowie 10% der gesamten Inhaltsstoffe aus biologischem Anbau stammen.

Zudem dürfen nur recycelbare oder biologisch abbaubare Verpackungen verwendet werden.

ecocert.com

demeter    demeter Logo
Die Richtlinien von demeter gelten weltweit als die striktesten für hochwertige Bio-Produkte. Produkte, die das Demeter Siegel tragen, müssen immer zu mindestens 90% einen Demeter-Rohstoffanteil an pflanzlichen Bestandteilen beinhalten.

https://www.demeter.de/naturkosmetik

Weitere Gütesiegel:

Veganblume - https://www.vegansociety.com/
Vegan - https://www.v-label.eu/
Ncco - http://www.ncco-ev.de/
NCS -https://gfaw.eu/ncs/

Ist Naturkosmetik denn auch nachhaltig?

Naturkosmetik setzt auf natürliche Rohstoffe und verzichtet auf schädliche Zusatzstoffe wie Mineralöl und Mikroplastik, aber leider bestehen die Produktverpackungen immer noch zum Großteil aus Plastik. Das ist ein großes Problem, da es zum Einen die Umwelt verschmutzt und dazu die enthaltenen Weichmacher uns selbst schaden können. Einige Weichmacher stehen auf der Liste der "besonders besorgniserregenden Stoffe (SVHC)", weil sie das Hormonsystem und die Fortpflanzungsfähigkeit schädigen können. Die Hersteller sind nicht verpflichtet, die enthaltenen Weichmacher auszuweisen, sie sind aber zur Auskunft verpflichtet. Dies ist über die App „Scan4Chem“ des Umweltbundesamtes möglich.

Hier ist also noch viel Nachholbedarf angesagt, aber glücklicherweise gibt es immer mehr Alternativen, die plastikfrei und umweltfreundlich sind.

Ist Naturkosmetik besser verträglich als herkömmliche Kosmetik?

Sicherlich ist Naturkosmetik aufgrund des Verzichts von schädlichen Stoffen besser für die Haut, jedoch können auch durch natürliche Inhaltsstoffe und ätherische Öle Allergien hervorgerufen werden. Daher ist es ratsam, bei sensitiver Haut auf die genauen Duftstoffe zu achten und das Produkt an einer nicht so empfindlichen Hautstelle erstmal auszutesten.  

Was ist so schlecht an konventioneller Kosmetik?

Neben den synthetischen Inhaltsstoffen, die uns und unserer Haut schaden, ist das größte Problem der herkömmlichen Kosmetik das enthaltene Mikroplastik, das vor allem der Umwelt schadet, da es über das Abwasser direkt in die Gewässer langt. Mikroplastik findet sich in Produkten wie Shampoos, Duschgels, Peelings und Make-up wieder. Ein einziger Duschvorgang kann bis zu 100.000 Mikroplastik-Partikel ins Meer spülen! Die katastrophalen Auswirkungen sind bereits überall zu sehen - für uns Menschen und für das ganze Ökosystem. Und Langzeitkonsequenzen sind bisher noch gar nicht erforscht.

Die Initiative Beat the Microbead schafft mit ihrem Guide für Mikroplastik Transparenz, welche Produkte bedenkliche Mikroplastik Bestandteile aufweisen

Naturkosmetik einfach selbst herstellen

Eine Umstellung muss nicht sofort und nicht zu 100% erfolgen. Schritt für Schritt kann man neue Produkte testen und auf Naturkosmetik umsteigen. Eine günstige und dazu sehr umweltfreundliche Möglichkeit ist, sich ganz einfach selbst die Produkte herzustellen. Es gibt mittlerweile sehr viele Anleitungen im Internet, wie man mit einfachen Mitteln selbst Naturkosmetik produzieren kann. Die Basiszutaten findest du in deinem Kühlschrank oder bekommst du im Reformhaus bzw. Bioladen.

Zum Beispiel dieses einfache Rezept für einen strahlenden, frischen Teint:

40 g Orangenfilet (oder eine andere Frucht)
1 EL Bio-Joghurt
1 EL Kokosöl
1 EL Honig
2 EL weiße Tonerde

Alle Zutaten bis auf das Kokosöl mit dem Mixer pürieren. Das Kokosöl in einem Topf schmelzen und zu der Masse geben. Nach Belieben 2-3 Tropen ätherische Öle wie Thymian, Rosmarin oder Lavendel dazugeben. Alles gut vermischen bis es fein cremig ist und für einige Minuten zum Abkühlen in die Gefriertruhe stellen.

Die Maske auf die gereinigte Haut für ca. 10-15 Minuten auftragen (nicht in die Augen!) und mit einem warmen Waschlappen anschließend abnehmen.

Übrigens: Mit toxfox oder codecheck kannst du ganz einfach Produkte auf deren Inhaltsstoffe überprüfen. 


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